Let it rain

Wir fahren der Grenze zu Schweden entlang und merken, dass wir dabei unsere letzten Kronen loswerden können. So steuern wir eine schwedische Tankstelle an und füllen uns 486 Kronen in den Tank. Wieder einmal werden wir mit dem Bargeld schräg angeschaut. Anschliessend geht es weiter der Küste entlang nach Oulu.

Am nächsten Tag besichtigen wir die Stadt. Unter ersten Regentropfen entdecken wir einen fetten Polizisten.

Mitten in der Stadt entdecken wir einen Park mit mächtigem Staudamm. Die Fischtreppen ist gähnend leer, diesen Fluss müssen wir gar nicht erst befischen.

Wir sind den vielen Menschen überdrüssig und fahren in die einsame Natur. Am Abend, es dunkelt bereits ein, erreichen wir unseren Übernachtungsplatz. Im Riisitunturin kansallispuisto Nationalpark vertreten wir uns auf einem 11km Rundweg etwas die Beine. Es gibt interessante Tannen zu besichtigen und schöne Natur im Regen zu bestaunen.

Die gesamte Wanderung ist von Nieselregen begleitet, diesen werden wir auch die nächsten Tage nicht los.

Gleichtags fahren wir nach Hossa und möchten da etwas angeln. Nebst dem schlechten Wetter mögen uns die Fische offenbar auch nicht.

Von ständig einsetzendem Regen begleitet reisen wir zum Oulujärvi und werden dabei von der einfallenden Dunkelheit überrascht. Dies zwingt uns zu einer Übernachtung auf einer sch… Raststätte.

Am nächsten Morgen erreichen wir unser ursprüngliches Ziel und entdecken einen wunderschön gelegenen Platz direkt am See. Das minütlich wechselnde Wetter zwischen Sonnenschein und Regen und die kalten Temperaturen zwingen uns an Land zu bleiben und die Fische nicht zu inspizieren.

Tags darauf fahren wir nach Kokkola. Wir erreichen spät am Abend den Campingplatz nach vergeblicher Suche nach einem lauschigen Platz am Meer ausserhalb der Stadt. Die Stadt feiert gerade das Sommerende mit grossem Feuerwerk.

Nach einer Nacht auf dem Camping besichtigen wir die Stadt. Diese ist, wie nach einem ordentlichen Stadtfest, Menschenleer. Wir besuchen einen Museumskomplex. Unter Aufsicht sehen wir uns die Kameraausstellung an und schlendern anschliessend durch den Kunstteil.

Gute Nacht!

Mother Russia

Nach dem Norden orientieren wir uns neu gegen Osten. Mit der Stadt Kirkenes erreichen wir den östlichsten Punkt Norwegens. Die Stadt ist schon schwer russisch orientiert, wie auch das Denkmal des Befreiers, der Rote Armee, zeigt. Auch ist bereits alles auf Russisch angeschrieben.

Wir möchten Russland noch ein wenig näher kommen und wandern ans Dreiländereck von Norwegen, Finnland und Russland. Auf unserer Wanderung durchs Niemandsland springt plötzlich ein freundlicher norwegischer Soldat aus dem Busch. Er weist uns darauf hin die Grenze zu Russland unter keinen Umständen zu überqueren. Und schon ist er wieder verschwunden. Nach dem Dritten zusätzlichen Schild sind wir uns dieses Faktes ziemlich bewusst.

Endlich angekommen ist grösste Beherrschung gefragt. Unter strengem Blick von zwei Überwachungskameras, einer Lichtschranke und einem entfernten Wachturm beäugen wir das Dreiländereck. Das ganze kommt uns surreal vor. Ein Sprint um den Stein gefällig?

Zurück auf dem Parkplatz fahren wir mit den Fahrrädern Richtung unseres Zuhauses. Im Reiseführer wurde über die unglaublich schlechte Strasse berichtet, was uns vor einer Befahrung mittels unseres Wohnmobils abhielt. Alles Humbug! Selten haben wir eine so schöne Schotterpiste in Norwegen gesehen.

Auch die russische Natur scheint schön zu sein. Mangels Visum lässt sich dies jedoch nicht weiter überprüfen.

Nach unserem Ausflug fahren wir unser Womo zu einem lauschigen Übernachtungsplatz. Wir merken dabei, dass die Sonne ungewohnter Weise nicht mehr den ganzen Tag scheint. Deshalb erkunden wir erst am nächsten Morgen die nähere Umgebung.

An diesem Morgen brechen wir zum letzten Land unserer Reise auf. Auf holpriger Strasse erreichen wir die finnische Grenze. Ab dem finnischen Grenzposten wird die Strasse merklich besser.

Auch die Natur ändert sich radikal. Kein einziger Berg ist zu sehen, dafür breiten sich überall Wälder aus.

Nach der Ankunft in Finnland suchen wir uns die erstbeste Übernachtungsmöglichkeit und machen wieder einmal unsere Wäsche. Waschmaschinen auf finnisch zu bedienen ist gar nicht so einfach.

An unserem zweiten Tag in Finnland unternehmen wir eine Wanderung zu einem historischen Rentierscheidungsplatz. Endlos ziehen sich die Weiten.

Am Rentierscheidungsplatz wird endlich unser neuer Polfilter für die Kamera ausgiebig getestet.

Am nächsten Tag ersteigen wir mit dem Womo den höchsten „Berg“ (438m.ü.M), der mit einer Strasse erschlossen ist. Vor uns breiten sich endlose flache Weiten aus.

Zur Freude unseres Wohnmobils sind die Strassen in Finnland um einiges besser gepflegt als in Norwegen. Selbst Schotterpisten sind weniger holprig als norwegische Überlandstrassen.

Gute Nacht!

Wendepunkt

Wir nähern uns dem Wendepunkt unserer Reise, dem Nordkapp. Bereits 80km vor dem Nordkapp werden wir durch das Ortsschild begrüsst.

40km später begrüsst uns dichter Nebel der die Sicht massiv behindert. Andere sehen offenbar viel mehr als wir und überholen uns fröhlich.

Da wir uns nicht verarschen lassen und zum tatsächlich nördlichsten Punkt gehen wollen laufen wir 9km zur Knivskjelodden. Dort wird auch kein horrender Eintritt verlangt, jedoch gibt es hier leider kein Diplom. Wir entkorken den Nordkapp-Wein, der uns bereits seit 11’000km begleitet und schiessen das wohl einzige Selfie unserer Reise.

Am nächsten Morgen treten wir die Heimreise an. Dabei wird unser Entscheid das Nordkapp zu verschmähen bestätigt.

Wir haben es lieber etwas einsamer.

Wir besuchen einige Trolle, die von Sonnenlicht in Stein verwandelt wurden.

Am nächsten Tag besuchen wir den nördlichsten Festlandpunkt, das Nordkapp ist lausiger weise auf einer Insel. Wir bewundern die Landschaft und unternehmen eine kurze Wanderung.

Gute Nacht!

Grand Canyons

Wie jedes Mal haben wir das Leeren der Toiletten Kassette ausgejasst. Dank einer Ingenieursleistung, die seines gleichen sucht, gibt es dieses Mal keinen Verlierer.

Mit sauberer Kassette fahren wir über eine Schotterpiste ins Kåfjorddal. Dort wenden wir uns zuerst unserer Autobatterie zu und befestigen den Pluspol dieses Mal ohne Wackelkontakt. Am nächsten Morgen unternehmen wir eine Velo-Wandertour an einer verlassenen Kupferhütte entlang in eine Schlucht.

Da wir noch nicht genug Sport gemacht haben, fahren wir auch noch zu einer Hängebrücke, die eine tiefe Schlucht überspannt. Als wir dort ankommen wissen wir auch, wieso der Weg dahin so stark bevölkert ist. Es ist nicht wegen der angeblich spektakulären Hängebrücke (?), sondern da von dieser hinabgesprungen werden kann. Wir radeln wieder zurück zum Womo und setzten unsere Reise fort.

Unterwegs sehen wir eine so atemberaubende Aussicht, sodass wir sofort anhalten müssen.

Wir halten an einem Camping am Langfjorden und mieten ein Boot um den Fischbestand etwas zu inspizieren. Wir entnehmen einige Stichproben, von denen wir zwei Schellfische und sechs Dorsche behalten. An Land tauschen wir einen Dorsch gegen Bier und verarbeiten die restlichen Fische zu Filet.

Weiter auf unserer Reise ruft der Beifahrer laut aus: «Altaaaa!». Erschrocken tritt der Fahrer auf die Bremse, doch der Beifahrer rezitiert nur das Ortsschild.

Wir fahren eine steile Schotterstrasse ins Gargia Fjell hinauf um dem Sautso-Canyon einen Besuch abzustatten. Wir radeln den Wanderweg bis zu einem Fluss und laufen von da bis zum Canyon.

Nicht nur der Canyon, auch die ihn umgebende Landschaft ist malerisch.

Am nächsten Tag fahren wir nach Hammerfest. Die nördlichste Stadt der Welt hat neben ihrer Position auf dem Globus nicht viel zu bieten.

Gute Nacht!

Einsam mit dem Wohnmobil in der Wildnis

Wir kommen genau um 10 Uhr, zur Türöffnung, in das Wikingermuseum und denken uns beim halb vollen Parkplatz nicht viel. Als wir zurückkommen sehen wir, das wir offenbar die einzigen mit einem Wohnmobil sind, die hier verkehren. Das wäre doch ein einsamer Ort für eine Panne.

Im Wikingermuseum treffen wir unser grosses Vorbild.

Das Einbandbild unseres Reiseführers sieht wirklich schön aus, nur die Wolken stören uns gewaltig. So beschliessen wir dieses Panorama auch einmal ohne Bewölkung in Echt zu bewundern. Wir wandern also auf den Reinebriggen. Die Wanderung ist einsam, wir begegnen nur an die 80 Personen in den zwei Stunden.

Die Aussicht ist sowohl starr als auch bewegt gewaltig.

Auf dem Abstieg kommt uns eine asiatische Wandergruppe in Turnschuhen entgegen, 100% Steigung ist ein Klacks!

Als wir genug Touristen gesehen haben fahren wir zurück Richtung Festland. Wir übernachten auf den Ofoten und versuchen etwas zu fischen. Leider führt dieses Unterfangen zu einem Totalverlust des Sandals.  Auch eine Rettungsaktion in Badehosen hilft hier nichts mehr.

Niedergeschlagen fahren wir schliesslich aufs Festland und nordwärts. Wir besuchen einen Tierpark um die nordländischen Tiere von nahen zu bewundern. Auch im Tierpark verhalten sich die Tiere sehr desinteressiert, wie wir bereits aus diversen Rentierbegegnungen feststellen mussten.

Wir übernachten schliesslich vor Tromsø an einem alten Fähranleger. Wir fischen etwas, dieses Mal erfolgreicher und geniessen die abendliche Stimmung. Wir fangen eine Makrele und unseren ersten Dorsch, leider ist dieser viel zu klein und wir entlassen ihn zurück in die Freiheit.

Schliesslich fahren wir nach Tromsø und schauen uns etwas in der Stadt um. Wir haben viel zu erledigen, in der letzten grösseren Stadt im Norden. Bei der Einfahrt in die Stadt halten wir in einem grossen Einkaufzentrum und machen einige Besorgungen. Später fahren wir in die Stadt und schauen uns die Stadt an.

Gute Nacht!